Studieren und Migräne – Welche Möglichkeiten habe ich?

Ich musste leider schon an zwei deutschen Hochschulen erleben, dass viele Menschen Migräne als Krankheit nicht wirklich ansehen. Sich mit schwerer Migräne durch das Studium zu schleppen, an Tagen oder Wochenende mit Migräne im Bett zu lernen, statt wie die Kommilitonen zu feiern oder zu netflixen ist Frustration pur. Das Gefühl nie krank sein zu dürfen und sich aufstapelnde Arbeit an Tagen wo gar nichts mehr geht, haben mich dann doch wachgerüttelt. Denn, wenn man sich genau informiert, dann stellt man fest, dass es auch Hochschulen gibt, die sich mit dem Thema Behinderung bzw. chronische Krankheiten und Studium intensiver auseinandersetzen. Wo Du Dir Hilfe holen kannst und welche Angebote es gibt, erkläre ich hier.

Die Studierendenwerke

Als zentrale Anlaufsstelle bei Problemen eignen sich die Studierendenwerke. Sie stellen auf Ihrer Webseite gebündeltes Wissen zum Recherchieren zum Thema Studium und Behinderung vor. Auch bei psychischen Problemen, bieten die Studierendenwerke Hilfe an! Welches Studierendenwerk für Dich zuständig ist, findest Du hier.

Beratungen für Studierende mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen

Normalerweise hat jede Hochschule mindestens ein/e Ansprechpartner/in für Studierende mit Einschränkungen. Über die Hochschulwebseite oder alternativ die Zentrale Studienberatung solltest Du an einen Kontakt kommen. Sie bieten oft Sprechstunden zu dem Thema an und beraten vor allem in Bezug auf einen Nachteilsausgleich.

Der Nachteilsausgleich

Bei sehr schwer betroffenen Studierenden ist oft ein Antrag auf Nachteilsausgleich nötig und auch möglich. Jede Hochschule hat dazu andere Anforderungen. Meistens wird ein fachärztliches Attest (oder Gutachten), dass die Einschränkungen in Bezug auf das Studium genau beschreibt, ein eigener Antrag, weitere Atteste, evtl. ein Schwerbehindertenausweis und eine Stellungsnahme des/der Beratung für Studierende mit chronischen Erkrankungen benötigt. Diesen Antrag reicht man dann, bei dem zuständigen Prüfungsausschuss ein.

Ich muss leider dazu sagen, dass ich auch solch einen Antrag eingereicht habe und es gedauert hat, die Prüfungskommission zu überzeugen, mir meine Rechte zu gewähren. Hier könnt ihr meine Geschichte nachlesen. Trotzdem, wenn ihr schwer Betroffen seid, habt ihr Anspruch auf einen Nachteilsausgleich! Es ist ein Versuch wert, denn er kann euch endlich mit den anderen Studierenden gleichstellen. Möglich ist es sich einen weiteren Prüfungstermin zu erkämpfen oder Prüfungsformen zu wechseln (z.B. Klausur zu mündlicher Prüfung). Details besprecht ihr am besten mit einem Berater der Hochschule oder eurem Studierendenwerk.

Beurlaubung oder Urlaubssemester

Ist die Erkrankung in einer schweren Phase und man ist nicht studierfähig, sollte man über ein Urlaubssemester oder eine befristete Beurlaubung nachdenken. Ein sinnvoller Artikel ist hier verlinkt.

Fernstudium bzw. Online studieren

Wenn die Form der Migräne so schwer ist, dass Präsenz-Vorlesungen nicht zu schaffen sind, ist es sinnvoll über ein Fernstudium bzw. Online-Studium nachzudenken! Denn wenn man das Haus nicht verlassen kann, kann man trotzdem von Zuhause aus studieren.

Härtefallantrag

Wenn Du noch vor der Studienentscheidung stehst, kann ich Dir empfehlen dich bezüglich eines Härtefallantrags beraten zu lassen. Ein geringer Prozentsatz der Studienplätze ist für Menschen mit Behinderungen vorgesehen. Wenn Du dein Wunschstudium wegen schlechtem Abischnitt (Vielleicht weil Du schon in der Schulzeit beeinträchtigt warst) fast abgehakt hast, könntest Du als Härtefall doch noch an deinen Platz kommen. Informationen findest Du hier vom deutschen Studentenwerk.

Linksammlung

Meiner Meinung nach sinnvolle Beiträge gibt es hier:

Habt ihr Erfahrungen oder Tipps? Dann lasst gerne einen Kommentar da!

Viele Grüße,

Anna

4 Kommentare zu „Studieren und Migräne – Welche Möglichkeiten habe ich?

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