„Wir erleiden so oft starke Schmerzen und führen dennoch noch ein Leben.“ – Interview mit Clara – Muräne-Stories No.23

Hier kommt die Geschichte von Clara und ihrer chronischen Migräne!

Wer bist Du und was machst Du?

Ich bin Clara 21 Jahre alt und aus Nürnberg. Ich bin eher extrovertiert und eigentlich immer bei allem dabei. Wäre da nicht die Migräne. Ich bin Krankenschwester von Beruf und arbeite seit einem halben Jahr in dem Beruf. [Instagram: @livingwithtomriddle]

Seit wann hast Du Migräne (und welche Form)? Wie äußert sich deine Migräne?

Seit 2015 hab ich Migräne ganz klassisch zu Beginn episodisch. Ab 2017 wurde sie chronisch bei aktuell 20-25 Schmerztagen im Monat. Zusätzlich zur chronischen Migräne habe ich oft Migränestatusse, Spannungskopfschmerzen und Eispickelkopfschmerzen. Ein Schmerz, der nur sehr kurz anhält aber unerträglich ist. Es fühlt sich an wie wenn ganz viele Eispickel sich durch den ganzen Kopf bohren.

Wie geht es Dir heute und wie hat sich dein Umgang mit der Migräne verändert?

Genau jetzt geht es mir nicht so toll. Bin gerade in der Medikamentenpause und dadurch ist es aktuell sehr anstrengend. Im generellen nutze ich viel das Gespräch und Achtsamkeitsübungen um meine Erkrankung zu akzeptieren.

Wie hat dein Umfeld darauf reagiert und wie reagieren heute noch Menschen, denen Du davon erzählst?

Zu Beginn hatte ich große Probleme mit dem Thema Verständnis. Auch jetzt ist es teilweise noch sehr schwer. Manche Menschen möchten es auch einfach nicht verstehen. Da distanziere ich mich auch einfach manchmal.

Was machst Du freizeitlich und wie beeinflusst dich da deine Erkrankung (oder beeinflusst die dich da überhaupt?)?

Ich bin in meiner Freizeit bei den Pfadfindern als Gruppenleiterin. Außerhalb von Corona hat es mich schon oft beeinträchtigt. Ich hab mich auf Lagern manchmal zurückgezogen oder habe Termine abgesagt. Jetzt mit Corona ist es etwas einfacher da die Aktionen kürzer sind und nicht so anspruchsvoll. Aber auch hier muss ich immer wieder absagen, weil mein Körper nicht mehr kann. Aber auch geh ich gerne in die Natur. Da geh ich wenn es mur gut geht. Sonst lass ich es bleiben.

Was hilft dir im Umgang damit? Was hilft dir bei akuten Anfällen? Was hast du ausprobiert?

Im akuten Anfall nehme ich normal Sumatriptan als Tablette oder Spritze und versuche zu entspannen, wenn das nicht geht versuche ich viele kurze Pausen zu nehmen. Ich mache viele Entspannungsübungen.  Zusätzlich hilft mir das Cefaly, Kühlakkus und Reizabschirmung. Aktuell noch Melperon.

Etwas, das Du anderen Betroffenen sagen möchtest?

Es ist superschwer mit dieser Krankheit umzugehen. Wir erleiden sooft starke Schmerzen und führen dennoch noch ein Leben. Lasst euch nicht unterkriegen. Werdet Experten eurer eigenen Körpers. Holt euch die Hilfe die ihr benötigt. Es ist okay. Kämpfe nicht gegen die Migräne, aber mit der Migräne. Nehme dir Die Zeit die du brauchst. Dein Körper ist dein einziger Körper den du hast. Gehe gut mit deinen Ressourcen um. Und zum Punkt Verständnis erkläre und werde nicht müde auch wenn es schwer ist und ein langer Kampf ist. Im Notfall distanziere dich auch wenn dir dass schwer fällt. Und der wichtigste Punkt bleibe du selbst. Sei Lieb zu deinem Körper du hast nur einen. Und aus aktuellem Anlass ich befinde mich gerade in Kiel. EINE STUNDE OHNE SCHMERZ IST MEHR GLÜCK, ALS DER STOLZ EINES GANZEN LEBENS. Ludwig Goebel 2004

Etwas anderes, dass Du noch erzählen möchtest?

Ich habe gerade das Glück gerade in der Schmerzklinik sein zu dürfen. Ich darf noch mehr über meine Krankheit lernen. Und darf ganz auf meinen Körper hören. Nutzt solche Möglichkeiten.

Was hast Du bis jetzt so in Kiel erlebt?

An deinem ersten Tag hast du deine Aufnahmegespräche. Und hast danach Zeit für dich. Kannst das Krankenhaus schon etwas erkunden und dich zurecht finden. Ab dem zweiten Tag hast du Einzeltherapien, Gruppentherapien und Angebote zu denen du aussuchen kannst, wo du hingehst. Sollte es dir nicht gut gehen, kannst du dir jederzeit die Zeit für dich nehmen. Du bekommst jederzeit wenn nötig Infusionen und bekommst dein Essen aufs Zimmer. Ebenfalls bekommst du Entspannungsverfahren fürs Zimmer um dich auf dich konzentrieren zu können. Holt euch die Hilfe und geht in eine Schmerzklinik es wird euch helfen. Ich hab noch etwas Zeit vor mir und ich bin so dankbar hier sein zu dürfen.

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