Eine Rezension über „Erfolgsfaktoren meines Kieler Migränekoffers“ von Dr. Martin Leonhard

Vorweg, ich habe das „Buch“ selbst für schlappe 14 Euro beim großen A käuflich erworben und werde für diese Rezension nicht bezahlt. Diese Rezension enthält ausschließlich meine persönliche Meinung. [Werbung/ selbst gekauft]

Rahmeninformationen

Der Autor ist Dr. Martin Leonhard, Physiker, der selbst eine lange Zeit von Migräne geplagt wird und den ich als sehr freundlichen Menschen kennenlernen durfte. Deshalb fallen mir die nachfolgenden Worte auch sehr schwer. In seinem – wie er schreibt „Büchlein“ – hält er das Wissen fest, dass er während eines Aufenthalts im Jahre 2018 aus der Schmerzklinik Kiel mitnimmt, in seinem „Migränekoffer“.

Das Cover ist schlicht gehalten und greift die Farben des pinken Koffers, der einfach so als Hingucker pink ist, auf. Das Taschenbuch ist sehr dünn. Die Schriftgröße ist groß genug, mir fehlt allerdings eine sinnvolle Einteilung in Überschriften und Kapitel, die ich etwas unstrukturiert finde.

Inhalt

Nun zum Inhalt. Das Buch ist nicht umsonst eine Empfehlung der Schmerzklinik Kiel, da der renommierte Professor Göbel oft zitiert wird und das Buch die meisten Vorträge, während eines Aufenthalts in Kiel repräsentiert. Am Ende des Buches war ich sehr enttäuscht, enttäuscht darüber, dass ich feststellen musste, dass ich nicht der Zielgruppe entspreche. Das dünne Heft (Buch finde ich wirklich übertrieben) richtet sich viel mehr an Menschen, die noch nie einen Platz in der begehrten Schmerzklinik in Kiel hatten oder dort waren und sich keine Notizen gemacht haben. Also nicht an mich, denn ich war bereits im Herbst 2020 dort. Der einzige Teil des Büchleins, der mir persönlich weitergeholfen hat, war der Abschnitt über Ernährung. Das ist nämlich der Vortrag, den ich damals leider verpasst hatte.

Der Autor bringt in dem Heft natürlich auch eigene Recherche und Erfahrungen ein, trotzdem ist dies ein geringer Anteil, wenn gleich er sich oft auf Prof. Göbel und die Schmerzklinik Kiel bezieht und es sich in manchen Textpassagen liest, als sei er von der Schmerzklinik gesponsert und er hätte mit diesem Heft eine Empfehlung für die Schmerzklinik Kiel geschrieben.

Im Abschnitt Ernährung – den ich persönlich für sehr gelungen halte – hat Leonhard eine Grafik von Wikipedia eingebaut. Darüber bin ich zunächst gestolpert, da uns in der Uni immer verboten wurde, Inhalte aus Wikipedia zu zitieren/zu übernehmen. Aber über diese Kleinigkeit kann ich drüber hinwegsehen.

Nichts desto trotz, wenn man noch nie in der Schmerzklinik Kiel war, bietet dieses Heft eine gute Ergänzung zu den Aspekten, die Migräniker:innen in ihr Leben einbauen sollen: Ernährung, Wissen und Regelmäßigkeit. Es ist ein guter Einstieg in das Leben als Migräniker:in und sehr kompakt gehalten. Für Lesefaule also wirklich gelungen oder als Lektüre für zwischendurch. Wer danach noch Hunger auf weitere Informationen im Umgang mit Migräne hat, sollte sich das Buch „Erfolgreich gegen Kopfschmerzen und Migräne“ von Prof. Göbel oder das lockere geschriebene Buch „Ich hab Migräne und was ist deine Superkraft?“ von Bianca Leppert gönnen. Am Ende bekommt der Leser/die Leserin in dem Büchlein von Martin Leonhard eine Bilderserie präsentiert zu seiner Wanderung an der Schwentine in Kiel.

Fazit

Jeder muss schließlich selbst entscheiden, ob er 14 Euro für 60 Seiten Kurz-Zusammenfassung oder circa 30 Euro für circa 540 Seiten Kopfschmerz-Wissen und Tipps (das Buch von Prof. Göbel) ausgeben möchte, das im Vergleich aber auch wirklich wuchtig und eher ein Nachschlagwerk ist.

Und wer sich vorab über die Schmerzklinik und Migräne informieren möchte, kann dies auf der kostenlosen Webseite der Schmerzklinik Kiel oder die Community „Headbook“ tun.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass das Buch für mich eher ein Flop war, da meine Erwartungen nicht erfüllt wurden und ich schon zu viel Erfahrung im Umgang mit der Migräne habe und lediglich der Ernährungsteil mein Wissen vertiefen konnte. Für Neu-Migräniker:innen halte ich es aber für sinnvoll!

Weiteres

Dr. Martin Leonhard betreibt zusätzlich zu dem Verkauf seines Buches seine gleichnamige Instagram-Seite „@migraenekoffer“ auf dem er mehr über seine Erfahrungen und Tipps schreibt, die ich wirklich empfehlen kann. Beruflich arbeitet er in der Medizintechnik.

Hier kommt ihr zur Migräne-Geschichte von Martin Leonhard.

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