„Wenn man selbst nicht betroffen ist, muss man ab und zu daran erinnert werden, was so eine chronische Erkrankung eigentlich bedeutet, damit man das richtige Verständnis für den anderen aufbringen kann.“ – Interview mit Anna Ente – Muräne-Stories No.26

Achtung, jetzt mal etwas Besonderes. Dies ist kein Interview mit jemanden, der selbst Migräne hat, sondern ein Interview mit einer Angehörigen, von jemanden der Migräne hat und zwar von mir selbst. Darf ich vorstellen, meine Freundin Anna, die genauso heißt, wie ich.

Wer bist Du und was machst Du? Wie und wo haben wir uns kennengelernt?

Ich bin Anna Ente, 23, komme aus Krefeld und studiere seit März 2018 Medienwirtschaft und Journalismus in Wilhelmshaven und genau da haben wir uns auch kennengelernt. [Instagram: @blogmoreworryless]

Wie lange kennen wir uns schon und was haben wir zusammen schon so erlebt?

Damit kennen wir uns seit knapp drei Jahren. Unsere Freundschaft hat sich recht schnell entwickelt. Erst haben wir lustige Collagen für das Studium gebastelt, waren Shoppen und Burger Essen. Dann sind wir umgezogen (bzw. du bist umgezogen, ich habe geholfen), wir haben zusammen Urlaub in Holland gemacht und einen Kekse-Back-Marathon durchgestanden. Immer begleitet wurden diese Aktivitäten durch tiefgründige Gespräche, lustige Versprecher, die zu Insidern wurden, und ganz vielen Käse-Nachos.

Seit wann weißt Du von meiner Migräne?

Ich glaube, dass du Migräne hast, hast du mir schon sehr früh erzählt. Aber was es eigentlich bedeutet, mit Migräne zu leben, habe ich erst im Laufe des letzten bzw. der letzten 1,5 Jahre so ansatzweise nachvollziehen können.

In wie weit beeinflusst meine Erkrankung unsere Freundschaft?

Ich würde sagen, sie erfordert vor allem ein höheres Maß an Kommunikation, wenn bspw. Verabredungen spontan abgesagt werden oder spontane Konflikte auftreten, die im ersten Moment unerwartet kommen. Wenn man selbst nicht betroffen ist, muss man ab und zu daran erinnert werden, was so eine chronische Erkrankung eigentlich bedeutet, damit das richtige Verständnis für den anderen aufbringen kann.

Hast Du selbst auch eine unsichtbare Erkrankung?

Nein, zum Glück nicht.

Woran kannst Du die Migräne nachempfinden, bzw. hattest Du ein Erlebnis, das Du damit in Verbindung bringen kannst?

Anfang des letzten Jahres hatte ich wahrscheinlich auch einen Migräne-Anfall (soweit ich mich erinnern kann, das erste Mal in meinem Leben) und du hast mich in Bremerhaven abgeholt. Das war für mich eine ganz neue Erfahrung und auch ein beängstigendes Gefühl, da ich nichts mehr machen konnte. Eine Zeit lang hatte ich außerdem sehr extreme Regelschmerzen, die mich teilweise auch ausgeknockt haben. Anhand dieser Erlebnisse versuche ich deine Migräne zu verstehen, weiß aber dass es maximal in eine ungefähre Richtung gehen kann und deine Symptome noch viel umfangreicher und ja selbst für dich manchmal nicht ganz nachvollziehbar sind.

Beschäftigst Du dich mit meiner Migräne und woher hast Du dir Informationen geholt?

Da hast du mir ja reichlich Material zukommen lassen 😉 Selbst noch weiter gesucht habe ich nicht.

Weißt Du, wie Du mich unterstützen kannst und tust das auch?

Ja.

Was ist die schönste Erinnerung, die Du an mich hast?

Am liebsten mag ich es mit dir rumzualbern und alles nicht so ernst zu nehmen.

Deine Botschaft, an Angehörige von Migräne-Betroffenen?

Wie oben schon erwähnt, glaube ich, dass Kommunikation einfach enorm wichtig ist. (Wie fast überall im Leben) Weil einfach jeder Mensch anders ist, mit seiner Krankheit anders umgeht und anders behandelt werden möchte, ist es wichtig, darüber zu reden. So kann das richtige Verständnis von beiden Seiten erreicht werden.

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