Meine Routinen – zwischen Perfektionismus und Realität – Leben mit Muräne No. 17

[Werbung wegen Markennennung] Meine Reise der Routinen begann mit dem Buch „Miracle Morning“ von Hal Elrod. In diesem Buch wird eine sechsschrittige Morgenroutine beschrieben die erfolgreiche Menschen durchführen und deshalb so erfolgreich sind.

Diese Schritte umfassen (in unterschiedlicher Reihenfolge): Stille, Lesen, Affirmation (Glaubenssätze), Visualisierung, Tagebuch und Bewegung. Eine beispielhafte Routine könnte so aussehen: Aufstehen, Zähne putzen und ein großes Glas Wasser trinken. Dann ist der Stille meditieren und die Dankbarkeit in einem Tagebuch festhalten. Dazu kommen Affirmation bei der eigene Glaubenssätze wie z.B. „Ich werde mich jeden Tag bemühen meine Schmerzen zu verringern, in dem ich vorbeugende Maßnahmen halte und dadurch meine innere Stärke festige!“ zum Tragen und darauf folgt die Visualisierung, bei der man sich innerlich vorstellen soll, wie der Tag erfolgreich erfolgen wird. Außerdem sollte man 10 Minuten lesen und 20 Minuten in sportliche Betätigung investieren. Das klang zu einfach um wahr zu sein nach der „perfekten“ Morgenroutine!

Der Selbstversuch

Ich habe das Projekt selbst ausprobiert und habe eine Sache ganz deutlich festgestellt: Es ist mir zu viel! Schon beim Aufwachsen stelle ich oft fest, dass ich einen „dicken Kopf“ habe oder die Auren extrem schlimm sind. Außerdem habe ich aktuell (Januar 2021) keinen regelmäßigen Alltag.

Der Autor empfiehlt übrigens sich ein Vision Board zu gestalten. Das habe ich natürlich direkt gemacht und kann mich beim Betrachten gut motivieren.

Ich habe außerdem festgestellt, dass mir regelmäßiger Sport und Entspannung gut tun, ich aber bei der morgendlichen Meditiation fast einschlafe und lieber abends Sport treibe.

Dann dachte ich mir, wenn schon nicht die perfekte Morgenroutine klappt, was ist dann mit einer perfekten Abendroutine?

Geplant war Folgendes: nach dem Abendessen Medikamente nehmen, Tracker und Schmerztagebuch/App ausfüllen, Duschen, Körperpflege (Cremes etc.), Kiefer entspannen, Lesen.

Und wie gut hat das funktioniert?? Richtig, gar nicht.

Für mich gehört zu dem Leben mit chronischen Erkrankungen auch, dass man sich nicht selbst unter Druck setzt und einfach ein Stück Gelassenheit in den Alltag bringt. Es geht darum, auf Regelmäßigkeiten zu setzen, die aber einfach keine Routine sein müssen. In einem Leben mit chronischen Erkrankungen darf Perfektionismus keinen Platz haben. Das stresst (mich zumindest) sehr.

Letztens habe ich noch gedacht: Ich hab gar keine Routinen, oder? Aber das stimmt nicht. Ich habe sowohl eine Morgen- als auch eine Abendroutine, allerdings eher unbewusst.

So sieht also mein Alltag in realistischer Weise aus:

Morgens: Aufstehen, Handy und Wasserflasche in die Küche bringen, ins Bad und Zähne putzen, Haare kämmen, ins Schlafzimmer und anziehen, in die Küche und die Medikamente einnehmen. Nach einem großen Glas Wasser und einem kohlhydratereichem Frühstück startet mein Tag. Eine Zeit lang habe ich mir dann das Cefaly an die Stirn geklemmt.

Abends: Ab 16 Uhr erwarte ich unterbewusst meinen Freund, der dann von der Arbeit kommt. Gegen 19 Uhr essen wir beide zusammen zu Abend. Für mich gibt es dann nochmal Medikamente. Danach mache ich meistens etwas kreatives wie malen, schreiben, Hörbuch hören. Manchmal schauen wir auch einen Film zusammen, aber das ist eher die Ausnahme, da ich versuche unnötigen Bildschirmkonsum zu lassen, weil ich festgestellt habe, dass das bei mir Attacken triggert und ich schlechter einschlafen kann. (Deswegen habe ich seit einigen Monaten auch kein Netflix mehr). Bevor ich ins Bett gehe, fülle ich noch mein Schmerztagebuch aus (wenn ich es nicht schon über Tag getan habe).

Und was ist mit all den vorbeugenden Maßnahmen und der Regelmäßigkeit?

Diese mache ich frei von Routinen mittlerweile „einprogrammiert“ über den Tag verteilt. Je nachdem wie es mir geht. An guten Tagen gönne ich mir nach dem Abendessen ein ausführliches Sportprogramm mit Cardio-Fitness (Radfahren) und ein Kombi-Workout aus normaler Fitness, Tanzen, Physio-Übungen und Yoga. Was mir einfach dann gut tut. Manchmal mache ich auch mittags Sport. So wie es passt.

Ich esse über den Tag spätestens alle vier Stunden etwas mit Kohlenhydraten. Das klappt bislang ganz gut. Meine Wasserflasche ist immer in dem Raum, wo ich auch gerade bin. Regelmäßig trinken ist wichtig! Die einzigen halbwegs festen Essenszeiten sind morgens und abends. Das liegt aber auch an meinem Schlafryhtmus. Der nur aus der Bahn fliegt, wenn es mir schlecht geht und ich zusätzlichen Schlaf benötige.

Was regelmäßige Entspannung betrifft, ist sich stressen auch eher kontraproduktiv. Für mich gehören zur Entspannung nicht nur allgemeine Techniken, wie Meditiation oder Fantasiereisen. Ich finde auch Hörbücher und zeichnen sehr entspannend. Oder ein gutes Buch lesen. Und diese Tätigkeiten mach ich einfach, wenn mir danach ist. In den letzten Monaten hat sich mein Körpergefühl verändert. Ich merke jetzt schneller, wann ich „meine Zeit zum Malen“ oder Übungen für den Nacken brauche. Und dann nehme ich mir dafür Zeit. Denn ich bin es mir Wert!

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