Und ich dachte immer „anders sein“ sei schlecht!?

Unschwer zu erkennen, einfach zu glauben, habe ich früher zur Schulzeiten tatsächlich geglaubt, dass „Anders-sein“ etwas Schlechtes sei. Ich war eine typische Außenseiterin, Mauerblümchen und still. Es war möglich gleichzeitig quasi unsichtbar und unauffällig, aber auch sichtbar und auffällig zu sein. Mein Umfeld hat mir damals sehr direkt gezeigt, dass ihnen meine eigene Art, meine stille Persönlichkeit nicht gefällt. Die falschen Haare, falschen Schuhe, falsche Kleidung. Ich bin schon mitten in der Pubertät sehr groß geworden, aber innerlich klein geblieben. Ob es die Körpergröße oder die Tatsache Linkshänderin zu sein waren, ich passte nie zu den anderen. Die einzige Gemeinsamkeit mit einigen Menschen war der gleiche, häufige Vorname.

Eine stille Person zu sein, macht das Leben nicht gerade einfach. Es kann aber auch von Vorteil sein, wenn man erst denkt und dann spricht. Trotzdem ist Kommunikation so wichtig. Deswegen bin ich auch froh, dass ich das jetzt gut kann. Ich teile mich mit. Um ehrlich zu sein, ich rede manchmal auch zu viel. Aber das ist in Ordnung.

Ich wollte nicht mehr schreiben, malen, basteln, weil ich lieber alles können wollte, was die anderen konnten. Ich wollte mit der rechten Hand schreiben können und Rechtshänderin sein. Ich wollte einfach nicht auffallen.

Ich wollte immer wie alle anderen sein. Ich wollte mich anpassen. Aber ich konnte es nicht. Und ich bin froh, dass ich es nicht geschafft habe. Ich bin stolz, dass ich sein kann wie ich bin.

Ich bin stolz darauf, dass ich eine Idee nach der anderen habe und es kaum abwarten kann das nächste Projekt umzusetzen. Ich bin manchmal voreilig, gedanklich viele Schritte weiter. Ich male, bastele, backe, schreibe, dichte, kreiere und gestalte für mich und andere. Ich wachse an meinen Ideen und wenn das Kartenhaus mal bricht, dann baue ich es wieder auf. Ich setze mich für andere ein und kann auf andere zugehen.

Wenn alle gleich sind, ist es total langweilig. Gerade weil wir so verschieden sind, können wir voneinander lernen, uns abgrenzen, unser eigenes Ding durchziehen und uns ergänzen. „Anders sein“ ist genau richtig.

Wie denkst Du über das Thema „Anders sein“?

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