Wie ich lernte, die Muräne zu akzeptieren – Leben mit Muräne No.21

Ein wesentlicher Schritt um mit der Migräne Erkrankung umgehen zu können ist Akzeptanz. Akzeptanz von sich selbst und der Erkrankung. Du hast eine Krankheit, Du bist nicht Deine Krankheit. Trotzdem hat mir persönlich geholfen, die Migräne als Teil von mir zu sehen.

Tatsächlich kann ich sie mittlerweile sehr gut annehmen. Das bedeutet nicht, dass ich mich über einen Besuch von ihr freue. Das bedeutet, dass ich mein Leben so gestalte, dass sie mich möglichst wenig besuchen möchte.

Das bedeutet, dass ich meiner Krankheit einen Namen und ein Erscheinungsbild gegeben habe. Meine Migräne ist eine Muräne, wie dieses Tier. Ich stelle mir die Muräne als Untermieter meines Gehirn vor. Sie zahlt keine Miete und zieht auch freiwillig nicht mehr aus. Ich kann sie auch nicht rausekeln, nur in ihr Zimmer vertreiben und die Zeit dann sinnvoll ohne sie nutzen.

Manchmal macht sie aber auch in ihrem Zimmer Krach… Laute Musik, plötzliche Tanz-Moves, schiefgegangene Bombenentschärfung oder ein unerwartetes Erdbeben. Alles schon passiert. Sie führt sich dabei dann wie ein 16-Jährige-PuberTIERender auf. Sehr anstrengend.

Ich kann sie manchmal für ein paar Stunden ruhig halten. Indem ich mich um mich selbst kümmere: Vorbeugende Maßnahmen wie Sport, Entspannung, regelmäßig essen und schlafen, halten sie manchmal gut unter Kontrolle. Mir hilft es unglaublich die Sache mit Humor zu nehmen. Mir vorzustellen, was sie gerade macht. Warum sie in meiner Kindheit nicht so präsent war, damit zu erklären, dass sie damals klein war und ganz gut in mein Gästezimmer gepasst hat und jetzt einfach mehr Platz braucht und deswegen häufiger an die Wände des Zimmers anstößt.

Migräne ist genetisch. Meine Muräne kann also genauso wenig wie ich etwas dafür, dass sie existiert. Und an manchen Tagen bin ich dankbar dafür, dass ich sie habe. Ohne sie wäre ich nicht der Mensch geworden, der ich heute bin. Ohne sie, hätte ich kein Hochleistungsgehirn. Ohne sie, würde ich das Leben nicht so intensiv wahrnehmen.

Du musst Deine Migräne nicht abknutschen, aber Du darfst sie auch nicht hinter Gitter befördern und verfluchen. Je länger Du kontraproduktiv lebst und sie hasst, desto mehr wird sie Dich hassen!

Es ist egal wie Du Deine Migräne nennt. Ich habe mal auf Instagram meine Community gefragt. Wie sie ihre Migräne nennen. Von Maralde über Pablo bis Voldemort war viel dabei. In meinem Buch „Menschen mit Migräne sind Kämpfer“ sind einige Beispiele aufgelistet. Ich kann es wirklich nur empfehlen, dass Du Deiner Migräne einen Namen gibst. Entweder Du schaffst dadurch Nähe oder Du kannst Dich besser von ihr abgrenzen. Beides kann Dir bei der Verarbeitung und im Umgang mit Deiner Migräne helfen.

Welche Strategien hast Du um Deine Migräne anzunehmen?

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