Die Reaktionen von anderen auf meine Migräne – Leben mit Muräne No. 22

Um selbst besser mit der Erkrankung umzugehen, habe ich versucht diese anschaulich und einfach meinem Umfeld zu erklären und im privaten sowie im beruflichen (Uni) Aspekt. Hier die Personengruppen in meinem Umfeld und ihre Reaktionen:

Mein Freund: Der wusste natürlich auch seit einer ganzen Weile davon. Aber die Details habe ich ihm mit Hilfe von Grafiken dann noch näher gebracht. Im Alltag muss ich manches immernoch erklären und bin froh, dass er gerne dazulernt und mich unterstützt. Er liest sogar mein Migräne-Buch und das ist schon viel. Denn er hasst lesen.

Die Eltern meines Freundes: Da der erweiterte Bekanntenkreis von Migräne als Erkrankung nicht so ganz überzeugt war, erstellte ich extra eine Präsentation (mit Videos, Grafiken und Fotos). Sie werden etwas Zeit brauchen das zu verarbeiten. Mal sehen, wie sich das entwickelt. Mein Freund wird ihnen mein Buch zuschicken.

Meine beste Freundin: Hatte ich vor der Challenge auch schon einiges erzählt. Sie gibt sich größte Mühe, sich in meine Situation reinzufühlen. Sie hat mein Migräne-Buch Korrektur gelesen und hat jetzt auf jeden Fall viel mehr Verständnis – Das zeigt mir, dass das Migräne-Buch auch für Angehörige einen Mehrwert bietet.

Andere Freunde: Die Reaktionen waren doch meist sehr verständnisvoll. Natürlich ist es immer etwas anderes, wenn man gesund ist. Doch ich habe keine blöden Kommentare erhalten. Das ist gut.

Die Hochschule: Mit meiner alten Hochschule hatte ich so einige Probleme. Die tatsächlich auch zu meiner Entscheidung die Hochschule zu wechseln geführt haben. Zwar habe ich einen Antrag auf Nachteilsausgleich gestellt, und wurde auch beraten, trotzdem gab es unschöne Zwischenfälle. Was mit der neuen Hochschule so passiert, wird sich noch zeigen. Hier kommst Du zum Beitrag Studieren und Migräne, dort gibt es Tipps und hilfreiche Links.

Bei Bewerbungsgesprächen: Da ich in der Medienbranche Nebenjobs und Praktika machen möchte, ist die Migräne und insbesondere meine Blog- und Social Media Arbeit teil meiner Bewerbung. Bis jetzt wurde ich immer zum Bewerbungsgespräch eingeladen und haben offen darüber gesprochen. Ich habe noch keine negative Erfahrung gemacht.

Bekannte: Wenn ich neue Leute kennenlerne, sage ich meistens direkt, dass ich Migräne habe. Menschen, die das nicht akzeptieren, nehme ich grundsätzlich nicht in meinen Freundeskreis auf. Ich habe es aber auch schon mal erlebt, dass ich nicht von meiner Erkrankung berichtet habe, aber durch Google natürlich mit meinem Blog gefunden wurde. Das war etwas merkwürdig. Aber naja, wenn man mit dem Blog „wächst“ und eine gewisse Klickzahl monatlich erreicht ist das wahrscheinlich normal.

Ärzte: Mein Hausarzt, obwohl ich einen langen Bericht aus Kiel hatte: „Ne, das ist keine Migräne, das ist an der Halswirbelsäule“ (Und dann kommt er, ohne was zu sagen immer näher und tastet ohne zu Fragen meine Wirbelsäule ab). Die Augenärztin hatte dann noch ein paar gutgemeinte Ratschläge über… Mein alter Neurologe hat immer betont, dass er „Patienten hätte, die viel kränker wären“ als ich. Im Krankenhaus als der Gehirntumor ausgeschlossen und ein Migräne Status festgestellt wurde und es mir wirklich richtig dreckig ging: „Sie können dann jetzt gehen, wir brauchen das Bett, ist ja schließlich kein Tumor, also nichts Schlimmes.“

Ich kann nur für mich sprechen, wenn ich sage, mir hat das offene Gespräch mit den meisten Personen in meinem Umfeld geholfen, die Migräne ein Stück weit zu akzeptieren. Manche Ärzte sind und bleiben Vollidioten. Und Vollidioten gibt es leider in jedem Berufsfeld. Da hilft nur ein Arztwechsel!

Ein Kommentar zu “Die Reaktionen von anderen auf meine Migräne – Leben mit Muräne No. 22

  1. Menschen, die mitbekommen, wie sich eine Migräne entwickelt und womöglich sogar dabei sind, wenn sie ihren Höhepunkt mit allen denkbaren Symptomen entwickelt, werden nie wieder zweifeln, wie schlimm es für die Betroffenen ist. Migräniker*innen sehen so dermaßen mitgenommen aus, wer das nicht sieht, schaut wohl leider nicht richtig hin. Danke, dass du das Thema so vielen zugänglich machst.

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