„Wenn die Aura kommt, kann ich gar nichts mehr machen.“ – Interview mit Antje – Muräne Stories No.66

Mein Name ist Antje, ich bin 40 Jahre jung und arbeite früher als Krankenschwester heute als Arzthelferin in einer Privatarztpraxis. Ich bin Mutter von 4 Kindern, alleinerziehend und wir leben in Baden-Württemberg. [@antje_Kautzleben]

Ich leide seit frühster Kindheit unter Migräneattacken, ich bin im Osten Deutschlands aufgewachsen und da kannte man sich mit sowas nicht aus, hatte ich das Gefühl. Ich bin sehr oft von der Schule heim und hatte da schon mich übergeben und lag dann im dunklen Zimmer und hab nur geschlafen. Schmerzmittel halfen damals schon nicht. Man hat mich komplett auf den Kopf gestellt, ich wäre schief, das würde die Kopfschmerzen erklären, Jahr lange Akkupunktur, Ernährungsumstellung und Co.

Meine Migräne hat sich verändert, mit den Schwangerschaften wurden es weniger Anfälle, Kopfschmerzen waren immer da, aber die Anfälle weniger, dafür sind die Auren dazugekommen bzw. würde ich sagen, hatte ich als Kind keine Auren.

Meist ist es im re. Augen ein Grießeln, Flimmern, ein Punkt der immer größer wird und da weiß ich schon, ich bin demnächst für mindestens 2h ausgeknockt. Danach kommen die Kopfschmerzen und leider hilft auch nichts. Die Anfälle werden jetzt wo ich, denke ich, in die Prämenopause langsam komme, zunehmend schlimmer, öfter. Ich bin auch extrem geruchsempfindlich was Parfüme und Weichspüler angeht. Kann in keinen Douglas rein oder Weichspüler verwenden, das triggert sofort meine Migräne. 

Mein Umfeld weiß davon und kennt es nicht anders und nimmt mich auch ernst. Nach der Geburt meiner letzten Tochter, lag ich 3 Tage und Nächte nur im Bett, da ging gar nichts mehr, also musste der Rest die anderen Kids und Haushalt übernehmen.

Ich hatte bis vor kurzem Triathlon Sport betrieben, jetzt Duathlon Schwimmen/Rad und Nordic Walking, da ich aufgrund meiner HPP ( Hypophasphatasie) keinen Laufsport mehr machen kann. Sonst Yoga als Ausgleich und Stabilitätstraining.

Und ich brauch das auch, als Ausgleich in vielerlei Hinsicht.

Ich versuche, wenn ich merke es kommen Kopfschmerzen auf direkt mit Schmerztabletten gegen zu steuern. Ansonsten wenn die Aura kommt, kann ich gar nichts mehr machen, da hilft auch nichts, nur Ruhe, dunkler Raum undSchlaf sofern möglich. Mittlerweile brauch ich echt länger, bis ich mich erholt habe von einem Anfall. Früher war ich nach dem Anfall wieder fit, heute brauch ich je nach Stärke 2-3 Tage, bis ich wieder richtig fit bin. Sonnenbrille ist Pflicht, da ich doch, je nach Tag sehr empfindlich bin was das Sonnenlicht angeht und dieses richtig schmerzt und eine Brille fürs Lesen und Ferne trage ich auch, auf einen Wunsch hin, da ich dadurch wesentlich die Migräneanfalle und Kopfschmerzen reduzieren konnte.

Was ich gut finde: Durch meine eigenen Erfahrungen kann ich meine Tochter die ebenfalls seit Kindheitstagen daran leidet, besser verstehen und versuche Sie zu unterstützen, wo es geht. Was mir leid tut ist, dass ich es vererbt habe. Mein mittlerer 13 J. hat ab und an Kopfschmerzen/ Migräne mit Erbrechen, aber nicht so häufig wie meine große Tochter. Auch da kann ich anderes drauf eingehen, weil ich es kenne und ich gehe mich bei Ärzten auch nicht mit: „Ist normal“ abspeisen lasse. Jeder muss seinen Weg mit der Migräne finden, ich lebe damit und nicht in der Migräne. Wir versuchen unser Bestes und geben nicht auf. Wichtig ist nur, dass man was für sich findet, um damit umzugehen.

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