„Diese Krankheit ist echt Hölle und kann je nach Schweregrad das Leben extrem einschränken.“ Interview mit Martina – Muräne Stories No.93

Wer bist Du und was machst Du?

Hallo Zusammen
Ich bin Martina, 35 Jahre alt und komme aus der Schweiz. Ich bin gelernte Vorschullehrerin aber im Moment Vollzeitmama. [hej_trindli]

Wie lange hast Du schon Migräne? Wann fing das an, gab es eine bestimmte Situation an die Du Dich erinnerst?

Ich habe seit ca 7.5 Jahren Migräne. Angefangen hat es in einer intensiven Phase meines Lebens. Ich war Trauzeugin, Veränderungen bei der Arbeit, wir haben unsere Wohnung gebaut und unsere eigene Hochzeit vorbereitet. Es war zwar viel los aber ich habe mich trotzdem nicht übermässig gestresst gefühlt. Ich mag mich an eine Situation kurz nach unserer Hochzeit erinnern. Da hatte ich noch wenige Erfahrungen mit Migräne und wir sind schlussendlich in die Notaufnahme gefahren, da ich die Schmerzen kaum noch aushalten konnte.

Welche Migräneform(en) hast Du und wie äußert sie sich?

Leider habe ich inzwischen seit ca 1.5 Jahren chronische Migräne. Ganz selten mit Aura. Habe tägliche Schmerzen, die sich während dem Tag immer wieder in ihrer Intensität verändern und die Kopfseite wechseln. Ausserdem leide ich täglich an Lichtempfindlichkeit und Erschöpfung. An ca 2 Tagen pro Woche sind die Schmerzen höllisch, sodass ich überhaupt nicht mehr funktionieren kann. Kann mich dann nur noch ins Bett legen. Die Schmerzen sind dann absolut unerträglich und ich muss mich ständig übergeben.

Wie geht es Dir heute und wie hat sich Dein Umgang damit verändert?

Hm, es gibt Phasen da kann ich besser mit meiner Erkrankung umgehen, und in anderen weniger gut. Im Moment ist eher wieder eine schlechtere Phase. Es macht mich extrem traurig, dass ich gefühlt so viel vom Leben verpasse und so extrem eingeschränkt bin. Grundsätzlich versuche ich aber, die Migräne so gut es geht zu akzeptieren und das Beste aus der Sitiation zu machen.

Wie beeinträchtigt Dich die Migräne im Beruf und in der Freizeit?

In meinem erlernten Beruf zu arbeiten ist leider im Moment völlig unmöglich. Ich arbeite als Mama aber natürlich auch viel und versuche dort mein Bestes zu geben. Ich fühle mich extrem eingeschränkt in meiner Freizeit. So oft muss ich Verabredungen absagen, kann bei Familienaktivitäten nicht dabei sein, keine grösseren Ausflüge machen mit meinem Kind. So viele Freundschaften und Hobbys sind in den letzten Jahren zu kurz gekommen oder verloren gegangen. Das schmerzt extrem und macht auch grosse Schuldgefühle.

Was hilft Dir im Umgang mit der Migräne?

Ich gehe regelmässig zur Therapie. In die Kinesiologie, mache Coachings, Hypnose und weiteres. Das hilft mir sehr. Auch bin ich sehr froh, dass ich mit Freunden immer mal wieder über die Erkrankung und ihre Folgen sprechen kann. Es hilft mir auch zu merken, dass ich mit meiner Erkrankung und meinen Gefühlen nicht alleine bin (Austausch mit anderen Migränikern).

Wie hat Dein Umfeld auf Deine Migräne reagiert und wie reagieren heute noch Menschen, denen Du davon erzählst?

Meine Familie (meine Eltern und mein Mann), haben mich von Anfang an sehr unterstützt und sind immer für mich da. Dafür bin ich extrem dankbar. Und auch sonst reagieren viele Menschen sehr mitfühlend und verständnisvoll. Ich denke aber, dass sich viele trotzdem nicht richtig vorstellen können, wie das Leben mit chronischen Migräne wirklich ist.

Was hilft Dir im Migräne Anfall?

Bei leichten Schmerzen helfen mir z.B. Spaziergänge im Wald oder in der Natur. Manchmal hilft auch CBD Oel oder Magnesium. Entspannungsübungen oder Meditation können auch helfen. Bei schweren Anfällen hilft leider gar nichts. Da heisst es einfach nur aushalten und irgendwie überstehen. Ich vertrage auch keine Triptane, deshalb kommen die nicht mehr in Frage.

Was hast Du schon ausprobiert und was möchtest Du noch ausprobieren?

Ich habe schon seeehr vieles an medikamentöser und nicht medikamentöser Therapie probiert. Magnesium, Betablocker, Antidepressiva, Botox, Emgality, Topiramat etc.
Kinesiologie, Coaching, Physio, Osteopathie, Cranio, Hypnose, Psychotherapie, Traumatherapie, Maltherapie, Ernährungsumstellungen, CBD, Triggerpunkttherapie, Nahrungsergänzungsmittel und vieles mehr.
Im September werde ich zur Neuraltherapie gehen, eine Darmaufbaukur machen und die Ernährung nochmal umstellen.

Was möchtest Du Migräne-Kämpfer:innen sagen?

Wir sind so stark. Wir können alle so stolz sein auf uns. Ich drücke euch alle von Herzen!

Was möchtest Du Menschen ohne Migräne sagen?

Diese Krankheit ist echt Hölle und kann je nach Schweregrad das Leben extrem einschränken.

Hast Du ein Lebensmotto, einen Spruch, der Dir Kraft gibt?

Ich weiss tief im Innern, dass alles gut wird. Und ich versuche die Zeit, in der es mir einigermassen gut geht, ganz intensiv zu geniessen und zu schätzen.

Gibt es etwas, dass Du auch noch erzählen möchtest?

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