Muräne Wissen kompakt

Hier stelle ich Dir kompaktes Migräne-Wissen zusammen. Mir ist aufgefallen, wie wenig manche Migräniker:innen über Migräne wissen. Vielleicht kann diese Übersicht ein bisschen weiterhelfen. [Diese Seite enthält Auszüge aus dem Buch „Menschen mit Migräne sind Kämpfer“]. Viel mehr Begriffe und ihre ausführlichen Erklärungen findest Du in unserem ersten Buch.

Migräne Vokabeln zum anhören als Audio:

Akutmedikation: Ist sehr individuell. Kann sein: Medikamente wie Triptane oder Schmerzmittel, bei manchen hilft auch Dunkelheit, Ruhe, Kälte oder Wärme.

Begleiterscheinungen: Manche Migräniker:innen sind licht-, lärm- und geruchsempfindlich. Bei manchen kommt Übelkeit und/oder Erbrechen dazu.

Behinderung: Migräne zählt zu den Top Ten (WHO = Weltgesundheitsorganisation) der schwersten, behindernden Erkrankungen. Manche Menschen mit Migräne haben einen GdB (Grad der Behinderung). Schwerbetroffene Migräniker:innen können einen Antrag auf (Schwer)behinderung beim Versorgungsamt stellen. Dort gibt es auch entsprechende Formulare und weitere Infos.

Cefaly: Das ist ein Gerät, das an der Stirn befestigt wird und den Gesichtsnerv stimuliert (mit Mikroimpulsen). Es kann vorbeugend und im Akutfall angewendet werden. Ein Erfahrungsbericht folgt und wird dann hier verlinkt.

Chronische Migräne: Von chronischer Migräne spricht man, wenn an mehr als 15 Tagen im Monat Kopfschmerzen bestehen und von denen mindestens 8 Tage Migräne sind. Von Episodischer Migräne spricht man von unter 15 Kopfschmerztagen im Monat.

„Ferrari im Kopf“ Dieser Begriff meint, dass das Migräne-Gehirn einfach immer schneller ist. Wir werden regelrecht von Reizen überflutet. Unser Gehirn rechnet und analysiert, ist ein Hochleistungsgehirn und braucht mehr Energie. Das Bild im Wartezimmer hängt schief? Warum sieht das denn niemand? Wir denken oft weit voraus. Und das genau ist unsere Superkraft. Die positive Seite an Migräne!

Formen: Es gibt verschiedene Migräne-Formen: Migräne mit Aura (klassische Migräne), Migräne mit Hirnstammaura, abdominelle Migräne, vestibuläre Migräne, episodische oder chronische Migräne, Migräne ohne Aura, hemiplegische Migräne. Welche Form/en Du hast, solltest Du mit Deinem Arzt besprechen, das ist nämlich etwas individuelles.

Gewitter: Viele Menschen mit Migräne beschreiben ihre Migräne als ein „Gewitter im Kopf“. Aus diesem Gewitter-Begriff sind viele Usernamen auf Instagram entstanden.

Lila Schleife: Das „Awareness Ribbon“ ist das Symbol für Solidarität und Zusammenhalt von Migräniker:innen. Im Juni ist der Migräne-Bewusstseinsmonat und am 5. September der deutsche Kopfschmerztag und am 12. September jedes Jahr der Europäische Migräne- und Kopfschmerztag. (European Migraine Day of Action).

Migräne Komplikationen sind z.B. ein Migräne Status. Ein Migräne Status ist, wenn die Migräneattacke über 72 Stunden hinausgeht. Mittel der Wahl ist häufig Kortison.

M-Sense ist eine Migräne-Webseite, die sowohl Aufklärungsarbeit betreibt, als auch eine eigene App konzipiert hat, die Du Dir auf Rezept holen kannst. Mehr dazu findest Du hier.

MÜK: Medikamenten-Übergebrauchs-Kopfschmerz. Dieser wird von zu häufigen Konsum von Schmerzmitteln verursacht und daraus zu kommen benötigt oft eine Schmerzmittelpause (meist stationär). Um das zu vermeiden, solltest Du an max. 10 Tagen im Monat Schmerzmittel und Triptan einnehmen (10-20-Regel).

ONS: Diese Abkürzung steht für okzipitale Nervenstimulation. Dabei wird ein Gerät implantiert, sodass elektrische Signale an die Occipitalis-Nerven (sitzen unter der Nackenhaut) gesendet werden. Dadurch werden Schmerzsignale von dieser Stimulation überdeckt.

Phasen: Die Migräne läuft üblicherweise in vier Phasen ab: Phase 1: Ankündigung. Phase 2: Aura, Phase 3: Kopfschmerzen, Phase 4 Remission (Erschöpfung). Migräne ist eine individuelle Erkrankung, daher können bei Dir Phasen verschoben oder gar nicht vorhanden sein wie z.B. die Aura.

Prophylaxe: Zur Prophylaxe können verschiedene Medikamente zum Einsatz kommen z.B. Antidepressiva, Beta-Blocker, Botolinumtoxin A (Handelsname Botox) oder andere Medikamente, die dann „Off-Label-Use“ (für eine andere Krankheit entwickelt, aber bei Migräne helfen können) verwendet werden. Mit vorbeugenden Maßnahmen, kann man als Patient:in auch selbst etwas tun. (Entsprechender Artikel wird hier noch verlinkt)

Psychische Erkrankungen: Einen Beitrag zu Psyche und Migräne hat Claudia für unser Buch geschrieben. Psychische Erkrankungen können durch Migräne entstehen. Sie sind aber nie die Ursache von Migräne, denn die Ursache ist genetisch! Um an dieser Stelle nochmal zu betonen: Migräne ist NICHT PSYCHISCH oder PSYCHOSOMATISCH. Depressionen können die Folge, aber keine Ursache sein. Wenn es Dir schlecht geht, wende Dich bitte an deine:n Ärzt:in.

Triptane: wurden speziell für Menschen mit Migräne entwickelt. Sie sind Akutmedikamente und verengen die Blutgefäße im Gehirn (die durch die Migräne geweitet sind). NIEMALS Triptane nehmen, wenn die AURA noch läuft. Du riskierst damit einen Schlaganfall.

Trigger: So werden die Auslöser von MigräneAttacken genannt. Diese sind individuell wie z.B. das Auslassen von Mahlzeiten, Wetterumschwung oder Stress.

Wiederkehrkopfschmerz: Das sind Kopfschmerzen die zurückkommen können, wenn der Triptanspiegel im Blut sinkt.

Wunderheiler: Migräne ist NICHT HEILBAR. Trotzdem nutzen leider viele Wunderheiler das Leid von Migräniker:innen aus. Lass Dir bitte niemals etwas andrehen, das Migräne heilen soll.

10/20-Regel: Nicht mehr an 10 Tagen im Monat Schmerzmittel und Triptane einnehmen, da sonst die Gefahr eines MÜKs besteht.

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